ATS-Leitfaden: Was es ist, wie es deine Jobsuche beeinflusst und wie du es überwindest
Ein ATS (Applicant Tracking System, auf Deutsch Bewerbermanagementsystem) ist die Software, mit der Unternehmen die Lebensläufe zu einer Stellenanzeige empfangen, sortieren und filtern. Bevor eine Recruiterin oder ein Recruiter deinen Lebenslauf liest, hat das ATS ihn sehr wahrscheinlich schon gescannt und mit den Anforderungen der Stelle abgeglichen. Wer versteht, wie es funktioniert, entscheidet mit darüber, ob die Bewerbung weiterkommt oder im Stapel untergeht.
Von Alberto Mateo Alcalá, Gründer von Beatjob. Aktualisiert am . Wie wir unsere Ratgeber erstellen.
Was ist ein ATS?
ATS steht für Applicant Tracking System, auf Deutsch Bewerbermanagementsystem. Es ist eine Software, mit der Unternehmen die Lebensläufe zu einer Stellenanzeige empfangen, speichern, sortieren und filtern.
Wenn du dich bewirbst, liest meist nicht sofort ein Mensch deinen Lebenslauf: Das ATS scannt ihn automatisch, zieht deine Angaben heraus (Berufserfahrung, Ausbildung, Kenntnisse, Kontaktdaten) und gleicht sie mit den Anforderungen der Stelle ab.
Warum nutzen Recruiter ein ATS?
Auf Stellenanzeigen gehen Hunderte oder sogar Tausende Bewerbungen ein. Sie einzeln durchzugehen ist nicht machbar. Mit einem ATS können Recruiter die Bewerbungen schnell filtern, die passendsten Profile priorisieren und den gesamten Auswahlprozess an einem Ort bündeln.
Solche Systeme sind weit verbreitet: Laut der Studie von Harvard Business School und Accenture aus dem Jahr 2021 nutzen über 90 % der befragten Unternehmen automatisierte Systeme, um Bewerbende für mittel- und hochqualifizierte Stellen zu filtern oder zu ranken.
Wie beeinflusst das ATS deine Jobsuche?
Das ATS entscheidet nicht, wer der beste Kandidat ist, aber es entscheidet, wer auf der Liste landet, die ein Mensch zu sehen bekommt. Ist dein Lebenslauf nicht für das maschinelle Lesen vorbereitet, kannst du aussortiert werden, obwohl dein Profil perfekt passt.
Es filtert, bevor Menschen es tun
Findet das System die Keywords nicht oder kann es das Format nicht auslesen, scheidet deine Bewerbung in der ersten Runde aus. Eine Studie von Harvard Business School und Accenture (2021) mit über 2.250 Führungskräften und über 8.000 Beschäftigten kommt zu dem Schluss, dass die automatisierte Vorauswahl geeignete Bewerbende aussortiert, deren Lebenslauf nicht den Kriterien entspricht, obwohl sie hervorragende Arbeit leisten könnten. Allein in den USA schätzen die Autoren die Zahl dieser „versteckten Arbeitskräfte“ auf 27 Millionen.
Keywords sind entscheidend
Das ATS sucht in deinem Lebenslauf nach den Begriffen aus der Stellenanzeige: Technologien, Tools, Kompetenzen und Berufsbezeichnungen. Fehlen sie, vergibt das System eine niedrige Punktzahl und dein Profil landet hinter anderen. Beispiele findest du in unserem Ratgeber zu ATS-Keywords nach Branche.
Das Format kann deine Bewerbung aus dem Rennen werfen
Komplexe Spalten, Tabellen, Icons oder Text in Bildern können verhindern, dass das ATS deine Angaben richtig ausliest. Ein sehr grafischer Lebenslauf ist nicht immer einer, den eine Maschine lesen kann.
Und wenn dein Lebenslauf bei einem Menschen ankommt, wird er meist nur kurz überflogen. Eine klare Struktur mit gängigen Überschriften und knappen Sätzen sorgt dafür, dass das Wichtigste sofort ins Auge fällt.
Wie hilft dir Beatjob, das ATS zu überwinden?
Beatjob sorgt dafür, dass dein Lebenslauf nicht nur gut aussieht, sondern auch durch den ATS-Filter kommt. Statt zu raten, was du schreiben sollst, analysiert Beatjob die Stellenanzeige und optimiert deine Inhalte so, dass sie zu dem passen, wonach das System sucht.
Wir analysieren die Stellenanzeige und ziehen die Keywords heraus
Füge die Stellenanzeige ein, auf die du dich bewerben möchtest, und Beatjob erkennt die wichtigsten Keywords: die Technologien, Tools und Kompetenzen, nach denen das ATS in deinem Profil suchen wird.
Wir optimieren jeden Abschnitt deines Lebenslaufs
Mit diesen Keywords verbessern wir die Formulierungen in jedem Abschnitt deines Lebenslaufs (Berufserfahrung, Ausbildung, Kenntnisse, Projekte …) und verwenden die Begriffe aus der Stellenanzeige überall dort, wo deine Erfahrung sie bereits belegt, in natürlicher und professioneller Sprache. Wir fügen nie Angaben, Tools oder Erfolge hinzu, die nicht in deinem Lebenslauf stehen: Was fehlt, zeigen wir dir, damit du es selbst ergänzt, wenn es wirklich zutrifft.
Match-Score und Empfehlungen
Wir zeigen dir, wie gut dein Lebenslauf zur Stellenanzeige passt, und geben dir konkrete Empfehlungen zur Verbesserung. So weißt du genau, was fehlt und wie du die Lücke schließt, bevor du dich bewirbst.
Schnelle Tipps für einen besseren Lebenslauf
- Nutze eine einfache, hierarchische Struktur mit klaren Überschriften.
- Baue die Keywords aus der Stellenanzeige natürlich ein.
- Verzichte auf Tabellen, Spalten und Text in Bildern.
- Schreibe Daten und Berufsbezeichnungen in einem gängigen, gut lesbaren Format.
- Passe jeden Lebenslauf an die konkrete Stelle an.
Wenn du über das ATS hinausgehen willst, erklären wir dir in unseren Tipps für den Lebenslauf, wie du ihn aufbaust, deine Erfahrung beschreibst und an jede Stelle anpasst.
Häufige Fragen zum ATS
Was ist ein ATS?
Ein ATS (Applicant Tracking System oder Bewerbermanagementsystem) ist eine Software, mit der Unternehmen die Lebensläufe zu ihren Stellenanzeigen empfangen, speichern, sortieren und filtern. Es gleicht die Angaben in deinem Lebenslauf mit den Anforderungen der Stelle ab, bevor eine Recruiterin oder ein Recruiter ihn sieht.
Wie viele Unternehmen nutzen ein ATS?
Laut der Studie „Hidden Workers: Untapped Talent“ von Harvard Business School und Accenture (2021) nutzen über 90 % der befragten Unternehmen automatisierte Systeme, um Bewerbende für mittel- und hochqualifizierte Stellen zu filtern oder zu ranken.
Wie komme ich durch einen ATS-Filter?
Nutze eine einfache Struktur mit klaren Überschriften, baue die Keywords aus der Stellenanzeige natürlich ein, verzichte auf Tabellen, Spalten und Text in Bildern und passe deinen Lebenslauf an jede Stelle an.
Quellen
- Harvard Gazette, „New study says ‘hidden workers’ are being excluded“ (September 2021)
- Recruiting News Network, Zusammenfassung der Studie „Hidden Workers: Untapped Talent“ von Harvard Business School und Accenture (2021)
- The Register, „Talent shortage? Maybe it's your automated hiring system, lack of investment in training“ (September 2021), über die Studie von Harvard Business School und Accenture
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